Historie:

Wappen Alemannia AachenAm 16.12.1900 gründeten 18 Schüler des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums sowie der Oberrealschule und dem Realgymnasium den Fussballclub Alemannia. Zwar wurde in den Aachener Schulen der Fussballsport schon seit Mitte der neunziger Jahre des 19.Jahrhundert gepflegt, allerdings gab es keinen festen Spielbetrieb und für Außenstehende blieb der Zugang verweigert. Also gründete man einen eigenen Verein um allen den Zugang zu ermöglichen, einige Zeit vorher war schon der FC Aachen gegründet, der aber bereits kurze Zeit später wieder aufgelöst wurde und so nannte man sich Alemannia auch um "dem Deutschtum an der Grenze Ausdruck verleihen" zu können, wie der spätere Vorsitzende Josef Emunds, der auch Mitglied der Gründermannschaft war, anmerkte. Der erste Mitgliedsbeitrag betrug 3 Groschen und als erste Anschaffung wurde ein Spielball gekauft.

Das erste Spiel fand bereits am gleichen Tag gegen den heute belgischen FC Dolhain statt, erster Spielort war der Marienthaler Kasernenhof, richtige Tore gab es noch nicht, stattdessen dienten zwei Holzstangen, die kurzfristig in den Boden gerammt wurden und ein Seil, das sie als Latte miteinander verband. Aufgrund der restriktiven Auflagen auf dem Kasernenhof durch das Militär waren Zuschauer nicht zugelassen und so mussten selbst die Spieler der Gastmannschaft auf den Platz geschleust werden, und so waren lediglich die 7 übrigen Vereinsmitglieder Zeugen des ersten Sieges, der mit 6:0 sehr deutlich ausfiel.

In den folgenden Jahren wurden die Sportstätten häufig gewechselt und so folgte dem Kasernenhof die Radrennnbahn im zoologischen Garten (heutiger Westpark), in der auch das erste öffentliche Spiel 1903 vor mehreren 100 Zuschauern gegen Olympia Rotterdam (2:6) stattfand, bereits 1904 zog man ins Waldstadion (damals Waldspielplatz Siegel).

Mannschaft 1906/07 In der Saison 1904/05 nahm man erstmals am Spielbetrieb des FV Rheinland-Westfalen teil, der zwei Jahre zuvor gegründet wurde. Als feste Spielkleidung wurde vom Vorstand ein schwarz-gelb gestreiftes Trikot mit schwarzer Hose festgelegt. Der erste Titel folgte 1908 als man vor dem Kölner FC 99 Meister des 1.Bezirks wurde. Höhepunkt der Saison war aber wohl das Freundschaftspiel gegen den englischen Profiverein Bradford City vor damals unglaublichen 2000 Zuschauern. Im März 2008 zog man ein letztes Mal um auf den städtischen Platz des früheren Landgutes Tivoli. In der 1909 neu gegründeten Westdeutschen Liga war die Alemannia bis zum Kriegsbeginn 1914. Im 1.Weltkrieg wurde der regelmäßige Spielbetrieb eingestellt und viele Spieler mussten ind en Kriegswirren ihr Leben lassen.

Erst 1919 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen und am 03.09.1919 fusionierte man mit dem Aachener Turnverein 1847 zum Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1847, wodurch neben dem Fussball auch Turnen und Leichtathletik aufgenommen wurde. In der Saison 1920/21 qualifizierte man sich für die neue Rheingauliga. Durch sportpolitische Querelen zwischen der Turn- und Sportabteilung löste man die Fusion bereits 1924 wieder auf, wobei die Alemannia nun als Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1900 antrat.

Reinhold Münzenberg Im Jahr 1928 wurde neben dem bisherigen Spielfeld auf dem Tivoli-Gelände nach dreijähriger Bauzeit ein neues Spielfeld mit Rängen für eine Kapazität von 10.000 Zuschauern eingeweiht, welches auch die Grundlage des heute bekannten Stadions Tivoli ist. Im Jahr 1930 debütierte mit Reinhold Münzenberg der erste Alemanne in der Nationalmannschaft, konnte aber beim 6:3 in Dänemark die Niederlage nicht verhindern. Insgesamt wurde er von den Reichtrainern Prof. Otto Nerz und Sepp Herberger zwischen 1930 und 1939 in 41 Länderspielen eingesetzt. In dieser Saison stand die Alemannia, nachdem man die Gruppe 2 der Rheinbezirksliga gewonnen hatte, im Endspiel um die Rheinbezirksmeisterschaft und traf in Köln auf den Rheydter Spielverein. Nach einem schnellen 0:2-Rückstand, konnte das Spiel noch mit 3:2 gewonnen werden und somit nahm Alemannia Aachen an der Endrunde um die Westdeutsche Meisterschaft teil, nach einer erfolgreichen Vorrunde erreichte man die Finalrunde und belegte dort den 4.Platz. In den beiden Jahren darauf erreichte Aachen den 2.Platz in der Rheinbezirksmeisterschaft und musste jeweils nur der SpVgg Sülz 07 (einer der beiden Fusionsvereine des heutigen 1.FC Köln) den Vortritt lassen.

In der Saison 33/34 gehörte man der neu gegründeten Gauliga Niederrhein an, dessen Meister direkt an der Deutschen Meisterschaftsendrunde teilnahm, allerdings hatte man mit der Spitzengruppe nichts zu tun und stieg als Vorletzter ab. Aber fiel schlimmer als dies sollte sich die Machtübernahme der Nationalsozialisten auswirken, es galt das sogenannte "Führerprinzip" und der langjährige Vorsitzender Dr. Karl Moll musste von seinem Posten weichen, außerdem erging der Beschluss alle jüdischen Spieler vom Spielbetrieb auszuschließen. Mittelrheinmeister 1937/38Nach 3 Jahren in der Bezirksklasse konnte man 1937 wieder in die Gauliga aufsteigen und wurde dort direkt sportlich Mittelrheinmeister und nahm erstmals an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil, schied aber in der Vorrunde als 3. hinter dem späteren Meister Hannover 96 und dem 1.FC Nürnberg aus. Durch den Kriegsbeginn wurde der Ligafussball stark eingeengt und viele Spieler wurden zum Wehrdienst einberufen, die Alemannia konnte zwar den Spielbetrieb bis 1944 aufrecht erhalten.

Ende des Jahres 1945 fanden die ersten Versammlungen statt und die Sportanlagen wurden wieder hergestellt und so konnte 1946 wieder der Spielbetrieb aufgenommen werden. Mit einem 2.Platz im Rheinbezirk konnte sich Alemannia Aachen für die 1947 neu eingeführte Oberliga West qualifizieren, der man ununterbrochen bis zur Einführung der Bundesliga angehörte. 1949 wurde das Vertragsspielersystem in Deutschalnd eingeführt, was neben vielen Vorteilen allerdings finanzielle Belastung durch nun abzuführende Vergnügungssteuer brachte. Die besten Platzierungen in der Oberliga West waren die dritten Plätze 1952, 1956 und 1958.

Der größte Erfolg war jedoch das Erreichen des Pokalendspiels 1953, nach Siegen über Essen-West, Nürnberg, Hamborn & Worms stand man im Endspiel in Düsseldorf gegen Rot-Weiß Essen, die man in der Liga wenige Wochen zuvor 4:1 geschlagen hatte, doch leider blieb nach einem 1:2, wobei Jupp Derwall das Tor für Aachen erzielte, nur der undankbare 2.Platz. Ebenfalls 1953 wurde auf dem Tivoli die neue Stehplatztribüne sowie der Spielertunnel eingeweiht, die neue Kapazität betrug 20.000. Am 01.12.1954 spielte Michel Pfeiffer mit dem amtierenden Weltmeister Deutschland vor 100.000 Zuschauern im Wembley Stadium gegen England und wurde damit Aachens zweiter Nationalspieler. 1957 gab es erneut Umbaumaßnahmen auf dem Tivoli und so wurde beim Freundschaftsspiel gegen Espanyol Barcelona vor 32.000 Zuschauern die Überdachung der Sitztribüne, die Erweiterung der Stehränge und die damals modernsste Flutlichtanlage eingeweiht. In den nächsten Jahren sollten diese Freundschaftspiele gegen ruhmreiche ausländische Vereine zur Tradition werden.

Ende der fünfziger Jahre kamen erstmals Diskussionen auf, initiert vom Kölner Präsidenten Franz Kremer, eine Profiliga nach englischen Vorbild zu gründen, allerdings gab es über die Aufnahmekriterien unterschiedliche Standpunkte. Im November 1960 überschritt die Alemannia erstmals die 3000-Mitglieder-Schallmauer und wurde damit zum mitgliedstärksten Sportverein Westdeutschlands. Am 28.07.62 wurde die Einführung der Bundesliga auf dem DFB-Bundestag beschlossen und im Jahr darauf wurde am 06.05.1963 Alemannia Aachen schriftlich davon in Kenntnis gesetzt, das man nicht zu den 16 Gründungsmitgliedern der Bundesliga gehören würde. Zwar wurde über eine Aufstockung auf 18 Vereine beraten, dies scheiterte aber ebenso wie die Einschaltung eines ordentlichen Gerichts, 2 Jahre später wurde die Liga dann doch auf 18 Vereine aufgestockt, damit der FC Schalke 04 nicht absteigen musste.

Diese sportpolitische Entscheidung mußte also schweren Herzens hingenommen werden und so versuchte man dies möglichst schnell auf dem grünen Rasen zu korrigieren. In der neu eingeführten Regionalliga West, in der 20 Vereine spielten, wurde man mit einem sensationellen Torverhältnis von 105:37 unangefochten Meister vor dem Wuppertaler SV und Fortuna Düsseldorf, scheiterte allerdings in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga und mußte Hannover 96 den Vortritt lassen. Im Jahr darauf wurde man Vizemeister hinter dem späteren Aufsteiger Borussia Mönchengladbach, scheiterte aber erneut in der Aufstiegsrunde, diesmal an Bayern München, deren Höhenflug gerade erst beginnen sollte. Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte wurde das erneute Erreichen des DFB-Pokalendspiels, wo neben den Siegen gegen Osnabrück, Oberhausen und Hannover vor allem der denkwürdige Sieg über Schalke 04 nach Verlängerung in Erinnerung blieb. Im Finale in Hannover hieß der Gegner Borussia Dortmund, der allerdings nie in Bedrängnis gereit und eindeutig mit 2:0 die Oberhand behielt.

Trainer Michel Pfeiffer1965/66 erreichte man nur den dritten Platz in der Regionalliga West hinter den späteren Aufsteigern Rot-Weiß Essen und Fortuna Düsseldorf, bereits während der Saison musste Trainer Oswald Pfau seinen Hut nehmen und wurde durch Willi Weth ersetzt, der nach dem Nichtaufsteig im Sommer bereits wieder gehen mußte und durch Hennes Hoffmann ersetzt wurde, der allerdings nach Ende der Hinrunde der folgenden Saison zurücktrat. Die Verpflichtung des ehemaligen Spielers Michel Pfeiffer war ein Glücksfall, so wurde man Meister der Regionalliga West und im DFB-Pokal schied man erst im Halbfinale gegen den Hamburger SV aus. Der Höhepunkt der Saison bildete aber die Aufstiegsrunde, in der man Offenbach und Saarbrücken hinter sich ließ und endlich die Bundesliga erreicht hatte.

Zum Saisonauftakt 1967/68 gastierte der FC Bayern München am Tivoli und behielt mit 4:0 eindeutig die Oberhand, die Alemannia gewöhnte sich aber schnell an die Bundesliga, blieb danach zu Hause ungeschlagen und beendete die Saison auf Platz 11 mit einem ausgeglichenen Punktekonto. In der Sommerpause ging es auf eine Südamerika-Tournee in der Alemannia Aachen auf renomierte Gegner wie Cruzeiro Belo Horizonte, Flamengo Rio de Janeiro und Boca Juniors traf.

Deutscher Vizemeister 1968/69 Mit Roger Claessen und Ion Ionescu wurden zur Saison 68/69 zwei namhafte ausländische Spieler verpflichtet und als Generalprobe gastierte Arsenal London auf dem Tivoli und konnte 3:2 geschlagen werden. Zum Saisonauftakt konnte man beim amtierenden Meister 1.FC Nürnberg mit 4:1 gewinnen und war so zum ersten Mal Tabellenführer der Bundesliga und war auch noch nach dem 5 Spieltag auf Platz 2, dann folgten jedoch 5 Niederlagen und nach Ende der Hinrunde überwinterte Alemannia Aachen auf Platz 10. In der Rückrunde etablierte man sich im oberen Mittelfeld, trotzdem stand Trainer Pfeiffer vermehrt in der Kritik und der Vorstand gab im April bekannt, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Die Mannschaft ließ sich davon nicht beindrucken und so stand man nach dem vorletzten Spieltag und einem Sieg gegen den 1.FC Köln auf dem 3.Platz hinter dem feststehenden Meister Bayern München und Borussia Mönchengladbach. Während Aachen mit einem Sieg in Berlin und einer gleichzeitigen Niederlage von Mönchengladbach in Bremen Vizemeister werden würde, könnten sie bei einer Niederlagen bis auf Platz 7 abrutschen. Alemannia ging in Berlin vor 50.000 Zuschauern bereits in der 25.Minute durch Claessen in Führung, unterdessen führte Bremen bereits 3:1 gegen Mönchengladbach, jedoch konnten die Borussen zum 3:3 ausgleichen, ehe sie wieder 6:3 ins Hintertreffen kamen und bis zur 82.Spielminute erneut auf 6:5 verkürzen konnten. In Berlin hingegen war es beim 1:0 geblieben und auch in Bremen war endlich Abpfiff. Alemannia Aachen war Deutscher Vizemeister 1969.

Direkt im Anschluß an die Saison spielte Aachen beim Alpen-Cup gegen Bologna, FC Zürich, Lausanne und Hellas Verona und belegte den 2 Platz in dieser Gruppe. In der Vorbereitung auf die neue Saison mit dem neuen Trainer Georg Stollenwerk spielte man auf dem Tivoli gegen Ajax und Chelsea. In der Liga startete man jedoch mit einem nahezu unveränderten Kader sehr durchwachsen, dem ersten Sieg am 4.Spieltag gegen den VfB Stuttgart folgten in der Hinrunde nur 3 weitere und so mußte Stollenwerk bereits im Winter wieder gehen, die Alemannia stand auf dem vorletzten Tabellenplatz. Willibert Weth wurde erneut Trainer, aber in der kompletten Rückrunde gelang nur noch ein Sieg, der allerdings erst am letzten Spieltag daheim gegen den MSV Duisburg als der Abstieg der Alemannia schon Monate so gut wie feststand.

Kapitän Jupp Martinelli und Torwart Gerd Prokop beendeten ihre Karriere. Ionescu und Claessen kehrten in ihre Heimat zurück während Jupp Kapellmann zum 1.FC Köln wechselte. Finanziell sah es auch nicht rosig aus um die Alemannia und so wurde der Tivoli an die Stadt verkauft um den Spielbetrieb aufrecht zu halten. Erneut übernahm mit Hermann Lindemann ein neuer Trainer die sportliche Leitung. Der DFB-Pokal der vergangenen Saison konnte wegen teilweise wetterbedingt ausgefallenen Spielen und Terminnot aufgrund der sattfindenen Weltmeisterschaft`70 erst in der Sommerpause ausgetragen werden. Nach dem Erstrundensieg bei Arminia Hannover, zwei Remis gegen Werder Bremen nach Verlängerung und anschließendem Losentscheid zugunsten Aachens sowie einem Heimsieg über Hertha BSC Berlin, war erst im Halbfinale Schluß, wo man deutlich (0:4) gegen den 1.FC Köln verlor. Die neue Saison begann durchwachsen und das Ziel Wiederaufstieg geriet in weite Ferne, nach der deutlichen 5:0-Niederlage am letzten Hinrundenspieltag in Wattenscheid mußte Lindemann gehen. Konditionstrainer Volker Kottmann übernahm und erreichte immerhin noch den 6. Tabellenplatz

Gunter Baumann hieß der neue Cheftrainer und sollte eine junge Mannschaft aufbauen, Erwin Hermandung verließ den Tivoli zur klassenhöheren Hertha BSC Berlin. Noch heute ist Hermandung mit 19 Toren Alemannias Rekordtorschütze in der Bundesliga. Sportlich lief es nun besser, die Hinrunde beendete man auf Platz 3, aber in der Rückrunde stagnierte man erneut und auch Baumann mußte im März seine Koffer packen. Bert Schütt übernahm als Interimslösung und Aachen schloß die Saison als Vierter ab, allerdings deutlich hinter den beiden ersten Plätzen, die zur Aufstiegsrunde berechtigten.

1972/73 nahm Alemannia Aachen in der Sommerpause am Intertoto Cup teil, trotz der Heimsiege gegen Malmö FF und OGC Nizza und einem Remis gegen Slavia Prag schied man mit 3 Auswärtsniederlagen in der Vorrunde aus. Neuer Trainer wurde Barthel Thomas, aber auch wenn u.a. mit dem jungen Joaquin Montanes und Christian Breuer, der von Hannover 96 zurückkehrte, Spieler zu überzeugen wußten, konnte der 6.Platz nicht gänzlich überzeugen. Auch wenn Thomas der erste Trainer seit der Vizemeisterschaft war, der eine Saison durcharbeiten konnte, wurde er durch den letzten Trainer, dem dies gelang, ersetzt: Michel Pfeifer!

Die Regionalliga West ging in ihre letzte Saison, die Einführung der 2.Bundesliga stand kurz bevor, der Tivoli mußte für dieses Vorhaben erneut umgebaut werden und so geriet die Alemannia erneut in finanzielle Schieflage. Die Stadt wollte keine Bürgschaft übernehmen und es fand sich kein Kandidat zur anstehenden Präsidentschaftswahl. Sportlich erreichte die Mannschaft unter Michel Pfeifer den 7.Platz und schaffte die anvisierte Qualifikation für die zweigleisige 2.Bundesliga. Durch Freundschaftspiele gegen Borussia Mönchengladbach, den 1.FC Köln und Fortuna Köln konnten zusätzliche Gelder eingenommen werden und mit dem Altinternationalen und der Alemannialegende Reinhold Münzenberg konnte endlich ein Präsident gefunden werden, der es auch schaffte die Stadt wieder mit ins Boot zu holen.

Im Sommer 1974 wird Deutschland Weltmeister, mit im Kader Jupp Kapellmann, der inzwischen beim FC Bayern München spielte und mit seiner Mannschaft wenige Wochen später auf dem Tivoli in einem Freundschaftsspiel zu Gast war. Mit Klaus-Peter Sieloff gelingt es einen erfahrenen Bundesligaspieler (VfB Stuttgart, Mönchengladbach) und ehemaligen Nationalspieler als Spieler zu gewinnen. Aber der Saisonbeginn wird zum Desaster, nach 7 Spieltagen und nur 3 Punkten muß Michel Pfeifer - die Alemannia ist Tabellenletzter - gehen, Co-Trainer Gerd Prokop übernimmt als Interimstrainer, später übernimmt Horst Witzler und der Klassenerhalt kann mit Platz 15 noch gesichert werden.

Auch in der neuen Saison spielte man gegen den Abstieg auch wenn in einem Freundschaftspiel gegen den ruhmreichen FC Barcelona um Cruyff und Neeskens ein 1:1 erreicht wurde. Erneut mußte im Januar der Trainer geben, Prokop übernahm erneut, diesmal jedoch als Cheftrainer. Mit Platz 12 konnte ein leichter Auswärtstrend erkennbar werden. In der Saison 76/77 sprang sogar der 7.Platz heraus, wobei man nur durch das Torverhältnis vom 4.Platz getrennt war. Die erhöhte Erwartunghaltung in der Folgesaison konnte nicht erfüllt werden, überwinterte man noch im gesichtern Mittelfeld, rutschte man in der Rückrunde in die Abstiegsrunde, 3 Spieltage vor Saisonende nach einer Heimniederlage gegen Rot-Weiß Essen wurde Prokop entlassen. Unter Willi Haag mußte man am letzten Spieltag zum SC Herford reisen, der auf dem letzten Abstiegsplatz stand, nur einen Punkt hinter Alemannia Aachen. Arminia Hannover und der VfL Osnabrück, die noch zwischen den beiden Vereinen platziert waren, holten jeweils ihre Punkte, so daß der Verlierer der Partie den Weg in die Oberliga hätte antreten müssen, glücklicherweise konnte mit großer Fanunterstützung ein 0:0 erzielt werden. Als neuen Trainer präsentierte das Präsidium um den neu gewählten Präsidenten Egon Münzenberg, der Neffe von Reinhold Münzenberg, Erhard Ahmann. Unterdessen beendete Christian Breuer im hohen Fußballalter von 39 Jahren seine Karriere. Unter Ahmann stellte sich endlich Kontinuität und sportliche Entwicklung ein, in den ersten beiden Jahren gelang jeweils Platz 7. Erneut wurde auf dem Tivoli 1980 eine Umbaumaßnahme eingeweiht, die Stehgerade erhielt ein Dach.

In der Liga stand erneut eine sportpolitsiche Änderung ein, die 2.Bundesliga sollte ab 1981 eingleisig werden und so wurde die jeweiligen Staffeln Nord und Süd zusammengefaßt und so mußte man zur Qualifikation in der Saison 80/81 unter die ersten 10 Mannschaften kommen. Mit dem 5.Tabellenplatz wurde somit im letzten Jahr der zweigleisigen Einteilung das beste Resultat erzielt. Die Säulen der Mannschaft bildeten Clute-Simon, Grabotin, Montanes, Schipper und Wayne Thomas. Eine menschliche Tragödie ereignete sich um den vom VfB Stuttgart verpflichteten Rainer Rühle, der sich wegen familiären Problemen 1981 sein Leben nahm.

Die erste Saison in der eingleisigen 2.Bundesliga begann durchwachsen und nach 5:7 Punkten aus 6 Spielen war die Geduld des Präsidenten bereits vorbei, ein Fehler wie sich wohl später herausstellen sollte. Ahmann folgten Ernst Günter Habig, Jupp Martinelli und Horst Buthz und am Ende stand Platz 9. In der folgenden Saison spielte man von Beginn an oben mit und so war es verwundernd, das Horst Buthz im November nach einer Niederlage beim späteren Aufsteiger Bayer Uerdingen gehen mußte, Slobodan Cendic übernahm wenig erfolgreich und schmieß im April nach einer Heimniederlage gegen Osnabrück auf Platz 9 liegend hin. Sein Nachfolger war erneut Erhard Ahmann, der den Tabellenplatz auch ins Ziel brachte. Nach einem mittelmäßigen Beginn spielte man 1983/84 oben mit und belegte nach der Hinrunde den dritten Platz, der zur Relegation zur Bundesliga berechtigte, so nah schien man der Bundesliga nicht mehr seit dem Abstieg. Doch wieder einmal platzte der Traum wie eine Seifenblase. Egon Münzenberg flüchtete über Nacht nach Kanada, nachdem bekannt wurde dass seine Baufirma pleite war und gab von Übersee seinen Rücktritt bekannt. Nach einer Niederlage gegen den MSV Duisburg - Alemannia liegt noch immer auf dem dritten Platz - kündigt Ahmann seinen Vertrag und heuert in Osnabrück an. Alemannia steht mit 3,5 Millionen Schulden erneut vorm Konkurs, aber Bubi Hirtz, der den Vorsitz übernimmt, kann das Präsidium zusammenhalten und den Spielbetrieb aufrecht erhalten, Wayne Thomas wechselt noch in der Hinrunde in die Bundesliga zu Bayer Uerdingen. Rolf Grünther beendet die Saison als Spielertrainer, lange bleibt man immer noch in Sichtweise zu den Aufstiegsplätzen, ist noch am 32. Spieltag punktgleich mit dem MSV Duisburg auf Platz 3, beendet die Saison aber nur auf Rang 6.

Werner Fuchs beginnt im Sommer 1985 sein erstes Traineramt in Aachen und der Kader muß deutlich abgespeckt werden, womit es aufgrund der Finanzprobleme deutlich in der Breite fehlt. Brandts, Hach, Delzepich, Ruof, Herr und Dean Thomas stoßen neu dazu während Dietmar Grabotin zu Fortuna Düsseldorf, Helmut Rombach zum Waldhof, Thomas Krisp nach Mönchengladbach und Jupp Koitka nach Wattenscheid wechselt. Trotz der großen Fluktuation gelingt es Fuchs die Mannschaft zu formen und man wird sensationell Herbstmeister, in der Rückrunde rutscht man allerdings aus den Aufstiegsplätzen und belegt am Ende nur den 5.Platz.

Rolf Grünther beendet seine Karriere, Theo Gries kommt aus Kaiserslautern und Dean Thomas wechselt nach wenigen Wochen der neuen Saison nach Düsseldorf. Zur Halbzeit steht man auf dem 4.Platz, in der Rückrunde ist man zwar immer wieder in Reichweite zu den Aufstiegsplätzen, belegt am Ende aber nur Platz 8. 1986/87 verstärken die jungen Krohm und Sendscheid die Mannschaft, dazu stößt Notthoff vom MSV Duisburg, Andreas Brandts wechselt zu Borussia Mönchengladbach, Frenken zum FC Homburg. Die Mannschaft spielt erneut oben mit, steht fast durchgehend unter den ersten 4, allerdings bleibt sie in der Rückrunde immer 1-2 Punkte hinten dem Relegationsplatz und verliert immer dann wenn die Vereine vor ihr patzem, am letzten Spieltag rutscht man auf den fünften Platz ab.

Nach 3 Jahren in denen man am Aufstieg vorbeischrammte, beschließt das Präsidium es mit einem anderen Trainer zu versuchen und verlängert den Vertrag mit Werner Fuchs nicht. Diethelm Ferner ist der neue Mann. Bernhard Olck wechselt zum FC St.Pauli, Eugen Hach und Gernot Ruof mit Werner Fuchs zum 1.FC Saarbrücken. Der ehemalige Torschützenkönig der 2.Bundesliga Leo Bunk kommt vom VfB Stuttgart. Leider war die Trainerentscheidung erneut unglücklich und Ende der Hinrunde muß Ferner bereits wieder gehen, Alemannia steht auf einem enttäuschenden 9.Rang. Andreas Brandts kehrt in der Winterpause von Mönchengladbach zurück und Peter Neururer übernimmt das Kommando und schafft in der Rückrunde mit einer wahren Siegesserie den Anschluß an die Aufstiegsplätze, allerdings reichte es letztlich nur noch zum 6.Platz, jedoch lediglich 1 Punkt hinter dem Relegationsplatz.

Nahezu unverändert geht es in die Saison 88/89, lediglich Dietmar Schacht stößt von Arminia Bielefeld dazu. Nach einem guten Start verliert man den Anschluß und ist am Ende der Hinrunde nur auf einem enttäuschenden 12.Platz, dazu kommen erneut finanzielle Engpässe, so wechselt Theo Gries bereits im Oktober zu Hertha BSC Berlin, Peter Ritter in der Winterpause zu Fortuna Köln. Der Vorstand um den neuen Präsidenten Günter Reinartz schenkt Neururer das Vertrauen, muß sich aber innerhalb des Vereines einer Oppostition gegenüber sehen. Auf der Jahreshauptversammlung im Januar 1989 bricht Geschäftsführer Bert Schütt mit einem Herzanfall zusammen und verstirbt noch am Abend. Sportlich lief es wieder besser in der Rückrunde, der Anschluß an die Tabellenspitze war wieder hergestellt. Allerdings gab es Vertragsprobleme mit Peter Neururer, diese hatte zum Saisonende gekündigt. Aachen bereits mit Rolf Grünther einen Nachfolger für die nächste Saison präsentiert als plötzlich Günter Eichberg der Präsident des FC Schalke 04 sofort einen neuen Trainer brauchte, Schalke stand zu diesem Zeitpunkt auf einem Abstiegsplatz in der 2.Bundesliga. Nach der Heimspielniederlage der Alemannia gegen Darmstadt wurde das Possenspiel dann beendet und Neururer verließ den Tivoli über Nacht um kurioserweise erneut Dietmar Ferner zu beerben. Rolf Grünther übernahm das Traineramt in Aachen sofort und 4 Spieltage vor Schluß stand man punktgleich mit Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsplatz lediglich 2 Punkte vom Tabellenführer entfernt, doch alle 4 Spiele gingen verloren und so beendete man die Saison frustriert auf dem 7.Platz.

Jo Montanes, der bereits in der letzten Saison verletzungsbedingt kaum zu Einsätzen kam, beendete seine Karriere nach 479 2.Bundesligaeinsätzen, diese Rekordmarke sollte noch für viele Jahre bestand haben. Dietmar Schacht und Peter Sendscheid folgten Neururer zum FC Schalke, Andreas Brandts zog es zu Fortuna Köln, Mario Krohm nach Belgien zum RC Mechelen. Verstärkt wurde der Kader mit Michael Dämgen von Bayer Uerdingen, Detlef Krella aus Offenbach, Bernhard Trares von Darmstadt 98 sowie Thomas Krisp, der von Mönchengladbach zurückkehrte. Aber die neu formierte Mannschaft fand nur langsam zusammen, den ersten Sieg gab es erst am 5.Spieltag gegen den Aufsteiger Unterhaching und nach zwei weiteren Niederlagen mußte Rolf Grünther gehen. Als Interimslösung übernahm kurzfristig Manager Dietmar Grabotin, blieb aber in zwei Spielen auch sieglos. Mustafa Denizli übernahm den Cheftrainerposten und anfangs sollte es auch bergauf gehen, und so klettere man vom letzten Platz bis hoch zum 13.Tabellenplatz und konnte mit Kantersiegen über Hessen Kassel (5:1) und Preußen Münster (7:1) durchaus für Aufsehen sorgen, verlor aber nie den Anschluß an die Abstiegszone und überwinterte auf einem Abstiegsplatz. Während Leo Bunk zu den Stuttgarter Kickers ging, kamen Hans-Jürgen Brunner aus Nürnberg sowie Heimkehrer Helmut Rombach von Hertha BSC Berlin. Auf der Jahreshauptversammlung 1990 wurde Leopold Chalupa zum neuen Präsidenten gewählt und die Mannschaft machte sich auf ins Trainingslager in die Türkei, wo normalerweise die Grundlagen für die Rückrunde gelegt werden sollten, allerdings machte die Mannschaft in der Rückrunde einen unfitten Eindruck und sollte die Abstiegsränge nicht mehr verlassen, so wurde Denizli im März entlassen und Eckhard Krautzun beerbte ihn. Am vorletzten Spieltag nach der 3:0-Niederlage in Bayreuth war es Realität, die Alemannia war in den Amateurbereich abgestiegen.

Norbert Wagner wurde als Trainer auserkoren den Wiederaufstieg zu bewerkstelligen. Im Kader gab es erneut große Veränderungen, die finanzielle Lage sowie die Mindereinnahmen im Amateurbereich machten es unmöglich den Kader beisammen zu halten. Krisp, Trares, Brunner, Krella, Lipka, Zimmermann und Dämgen verließen Alemannia Aachen. Die jungen Frank Schlutter, Dirk Lehmann und Ralf Köhnen kamen hinzu. Von Beginn an spielte man in der Oberliga Nordrhein oben mit und lieferte sich mit dem FC Remscheid ein heißes Duell um die Meisterschaft. Im DFB-Pokal traf man in der ersten Runde auf den Bundesligisten Bayer Uerdingen und verlor nur denkbar knapp nach Verlängerung. Nach der zweiten Saisonniederlage in Hamborn und einem Krach über die Aufstellung zwischen dem Trainer und den beiden Spielern Kau und Zschau, forderte Wagner deren Suspendierung, mußte dann aber selber gehen. Mike Schleiden agierte 2 Wochen als Interimstrainer ehe Wilfried Hannes vom Ligarivalen Viktoria Köln abgeworben wurde. Leider reichte es nur zur Vizemeisterschaft und während sich der FC Remscheid in der Aufsteigsrunde durchsetzte, nahm Alemannia Aachen wenig erfolgreich an der deutschen Amateurmeisterschaft teil.

Günter Delzepich, Johannes Kau, Norbert Buschlinger und Helmut Rombach beendeten ihre Karriere. Neu am Tivoli sind Jens Tschiedel, Claudio Scintu, Ralf Albarus, Ralf Ahn und Muhidin Coralic. Nach einer sehr schlechten Hinrunde reicht es am Ende nur zu einem enttäuschenden 6.Platz, 15 Punkte hinter dem späteren Aufsteiger Wuppertaler SV. Außerhalb des Rasens übernimmt Zentis-Chef Heinz-Gregor Johnen die Präsidentschaft. Der Kader bleibt zur Saison 92/93 nahezu beisammen, Thomas Krisp kehrt erneut zurück nach Aachen und wechselt wie Riethmacher von Viktoria Köln. Sportlich läuft es wieder besser, doch trotz einer sehr guten Rückrunde reicht es am Ende nur zum 3.Platz, 3 Punkte hinter Aufsteiger Rot-Weiß Essen.

Durch den Gewinn des Mittelrheinpokals nimmt man 1993/94 am DFB-Pokal teil. Mit Andreas Gielchen vom MSV Duisburg, Carsten Marquardt von VfL Osnabrück, Frank Schulz von Mönchengladbach sowie Angelo Nijskens verstärken profierfahrene Spieler die Mannschaft. Die Saison 93/94 dient zudem zur Qualifikation zur 1994/95 kommenden dreigleisigen Regionalliga, der Meister nimmt an der Aufstiegsrunde teil, während die Plätze 2-5 zum "Aufstieg" in die Regionalliga West/Südwest berechtigen. Die Qualifikation gerät zwar nie in Gefahr, allerdings ist der Absteiger Fortuna Düsseldorf deutlich zu stark für die Konkurrenz und wird mit 14 Punkten Vorsprung auf Alemannia Meister der Oberliga Nordrhein und steigt später auf. Alemannia Aachen nimmt erneut an der deutschen Amateurmeisterschaft teil und belegt in der Gruppe Nord hinter Preußen Münster den zweiten Rang.

Riethmacher und Schlutter verließen die Alemannia während Jupp Zschau seine Fußballschuhe an den Nagel hängte, neu zum Verein stießen Frederic Waseige (Gent), Frank Klemmer (Fortuna Köln), Stephan Lämmermann (SC Brück), Marcus Feinbier (Wuppertal) und Oliver Ebersbach (Remscheid). Die Erwartungen waren erneut riesig und nach einem Fehlstart mit dem Höhepunkt einer 1:5-Heimniederlage gegen den TuS Paderborn-Neuhaus muß der bei den Fans unbeliebte Hannes gehen. Co-Trainer Helmut Graf übernimmt vorerst als Interimstrainer ehe Gerd vom Bruch als Nachfolger feststeht. Mit dem Aufstieg hat man erneut nichts zu tun und belegt nur Platz 6, jedoch macht ein gewisser Torsten Frings seine ersten Spiele für Alemannia Aachen.

In der Sommerpause vor der Saison 95/96 beenden Frank Schulz, Carsten Marquardt und Angelo Nijskens ihre Karriere, Jens Tschiedel wechselt nach Gütersloh, Oliver Ebersbach zu Rot-Weiss Oberhausen. Neu hinzu stoßen Erwin Vanderbroeck (Roda) und Thomas Lasser (FSV Frankfurt). Die Saison beendet man erneut auf dem 6.Platz ohne ins Aufsteigerennen einzusteigen, Essen und Gütersloh dürfen ins Profilager hoch. Gielchen, Krisp, Härtel, Köhnen & Acquah verließen den Tivoli während Scheinhardt (Osnabrück) sowie Kieren (Trier) neu in Aachen waren. Die Saison begann nicht sehr gut und nach wenigen Wochen wurde vom Bruch seines Amtes enthoben.

Werner Fuchs trat sein zweites Traineramt in Aachen an und finanziell sah es wieder einmal schlecht aus, in der Winterpause mußten Feinbier (Wattenscheid) und Frings (Bremen) abgegeben werden, so mußte vermehrt auf die Jugend gesetzt werden, am Ende sprang nur ein 11.Platz heraus. Immerhin konnte man den Mittelrheinpokal im Finale gegen die Bayer Amateure gewinnen und startete somit 97/98 im DFB-Pokal. Kieren wechselte nach nur einem Jahr zu LR Ahlen, Jussipez beendete seine Karriere während Waseige und Roege nach Belgien bzw. Holland zurückgingen. Aus Wuppertal kamen Andre Lenz & Günther Breitzke, von der Düsseldorfer Fortuna Andre Winkhold, Mario Krohm vom Bonner SC sowie Henri Heeren von Roda Kerkrade. Zusätzlich wurden die Nachwuchspieler Ibrahim, Hoffmann, Lochen und Lenneper in den Regionalligakader intrigiert. Zum Vorjahr konnte man seine Leistung steigern und beendete die Saison auf dem 7.Platz.

In den ersten beiden Pokalrunden wurden auf dem Tivoli die Zweitligisten Nürnberg (4:3 n.E.) und VfB Leipzig (2:1 n.V.) geschlagen. Im Achtelfinale war der Süd-Regionalligist Waldhof Mannheim zu Gast und im Schneegestöber entwickelte sich ein dramatisches Spiel. Die frühe Mannheimer Führung wurde durch Dennis Ibrahim in der 2.Halbzeit ausgeglichen und so ging es in die Verlängerung. Dort gab es in der 100. Minute einen Foulelfmeter zugunsten der Alemannia, Mario Krohm übernahm die Verantwortung und Straub, der damals noch bei Mannheim im Tor stand, wehrte den Ball an den Pfosten ab, von wo Krohm den Ball im Nachschuß ins Tor bugsierte. 2:1, Viertelfinale vor Augen, doch Fehlanzeige, während des Nachschusses flog aus dem Waldhof-Block ein weiterer Spielball in den Strafraum, weswegen der inzwischen dochdekorierte Schiedsrichter Merk regelkonform auf Schiedsrichterball im Strafraum entscheiden mußte. Dieser wurde aber wegen Tumulten auf den Rängen erst 10 Minuten später ausgeführt, am Ende endete die Verlängrung torlos. Im Elfmeterschießen wurde Mario Krohm endgültig zum tragischen Helden, nachdem er erneut an Straub scheiterte und Dino Hoffmann den letzten Aachener Elfmeter nicht im Tor unterbringen konnte und Mannheim mit 5:6 n.E.gewann. Alle Aachener Proteste wurden abgewiesen und "Ballwurf" Mannheim schied im Viertelfinale bei Eintracht Trier aus.

Ohne Breitzke (Eisbachtal), Klemmer (FC Remscheid) und Scheinhardt (RWO) dafür mit den neuen Gesichtern Clirim Bashi (Waldhof), Frank Schmidt (Vienna Wien), Rene Hahn (Fortuna Köln), Wolfram Klein (Remscheid) und Bart Meulenberg (Sittard) ging es in die Saison 98/99. Nach einer guten Vorbereitung spielte man zum Auftakt bei Eintracht Trier, aber bereits in der 1.Halbzeit sah Lenz die Rote Karte, wenig später traf Trier zur Führung, nach einer weiteren Roten Karte für Heeren wegen Linienrichterbeleidigung gelang überraschend noch der Ausgleich durch Lämmermann, aber durch die Unterzahl konnte man den Spielstand nicht halten und verlor am Ende 3:1 während in der Nachspielzeit auch noch Lasser vom Platz flog. Nach dem Fehlstart gab es 3 Siege in Folge darunter sogar ein 1:0 beim Aufstiegsfavoriten Saarbrücken. In den nächsten Wochen konnte man sich in der Spitzengruppe festsetzen, rutschte aber nach 3 sieglosen Spielen und der 5:3-Niederlage in Verl auf den 7.Platz ab. Aber erneut folgten 3 Siege u.a. in Wuppertal. Zur Winterpause nach 2 Niederlagen, 1 Sieg und 1 Remis stand man in unmittelbarer Reichweite zum Aufstiegsplatz, da keine Mannschaft konstant punktete. Nach 2 Niederlagen in Folge gegen die FCK Amateure und Paderborn, machte erneut die Mär "Die wollen gar nicht aufsteigen" die Runde und insgeheim hatte man wohl den Aufsteig mal wieder abgehakt. Was aber nun folgte war unglaublich, man errang Sieg über Sieg und übernahm nach 7 Siegen in Folge und dem Last-Minute Sieg daheim über Ahlen die Tabellenspitze, ein besonderes Highlight war das Spiel bei den Leverkusen Amateuren mit 6000 Alemannia-Fans. Nach 2 weiteren Siegen inklusive dem Heimsieg vor ausverkauften Haus über Preußen Münster schien dem Aufstieg nichts mehr im Wege zu stehen.

Doch der Sport sollte in den Hintergrund rücken, am 11.05.99 brach Werner Fuchs nach einem Waldlauf mit der Mannschaft zusammen und verstarb noch ehe der Notarzt eintraf einem Herzinfarkt. Ganz Aachen war erschüttert und aus der gesamten Republik trafen Beileidsbekundungen ein. Die Familie entschied sich - so wie Werner Fuchs es gewollt hätte - das womöglich aufstiegsentscheidene Spiel bei Erkenschwick wie geplant stattfinden zu lassen. Und so pilgerten geschätzte 10.000 Zuschauer nach Erkenschwick um den Aufstieg zu besiegeln aber auch um gemeinsam den Tod von Werner Fuchs zu verarbeiten und ihm die letztte Ehre zu erweisen, so wurde eine große schwarze Fahne mit seinem Namenszug über den Zaun in der Gästekurve gespannt und es herrschte Stille bis zum Ende der Schweigeminute. Andre Winkhold übernahm kurzfristig die Betreuung der Mannschaft und stellte die Manmschaft im Sinne von Werner Fuchs ein, nach Toren von Klein und Lämmermann wurde die als Absteiger verstehende SpVgg Erkenschwick 2:0 besiegt, womit nach 9 Jahren Drittklassigkeit der Wiederaufstieg in den Profifußball gelungen war. DANKE WERNER!

In den nächsten Tagen wurde im Dom sowie wegen dem großen Andrang auch auf dem Katschhof eine Trauerfeier abgehalten, die Beerdigung fand in aller Stille statt. Sportlich ging die Saison mit einem Heimsieg über Wuppertal und einer Niederlage in Ahlen zu Ende.



Der Vorstand um Wilfried Sawalies entschied sich für Eugen Hach als neuen Trainer, der bislang in Mannheim als Co-Trainer gearbeitet hatte und als Spieler bereits bei der Alemannia gewesen war. Neben Mario Krohm (Ahlen) und Frank Lasser (FSV Frankfurt), die sich die 2.Liga nicht mehr zutrauten, verließen auch Bluhm, Hahn, Hoffmann und Ibrahim Aachen. Der Kader wurde deutlich aufgestockt und so verstärkten die Alemannia: Willi Landgraf (Gütersloh), Markus von Ahlen (Uerdingen), Lars Müller (Uerdingen), Dietmar Berchtold (PAOK), Taifur Diane (Saarbrücken) Ingo Menzel (Wuppertal) und Luciano Emilio (Köln A.). Aus der Nachwuchsarbeit wurden Ugur Incemann, David Marso, Thierry Bayock und Bernd Rauw in den Kader aufgenommen, dazu eine ganze Menge Spieler, die nur wenig Einsätze bekamen und schnell wieder in Vergessenheit gerieten und eindeutig unter Fehleinkauf vermerkt werden mußten: Dannhöfer, Commodore, Koch oder Douaydari, wobei sich auch der ein oder andere oben genannte Spieler dort einreihte. Die anfängliche Euphorie im Hachschen Offensivfußball vertuschte anfangs noch das dilettantische Chaos im Verein und so spielte man insgesamt eine gute erste Saison. Dem 4:1-Auftakt daheim gegen die Stuttgarter Kickers folgte ein 5:0-Debakel in Bochum. Am 4.Spieltag konnte man sensationell beim Bundesligaabsteiger aus Mönchengladbach gewinnen, dabei wurde der 2:1-Siegtreffer von Taifur Diane zum ARD-Tor des Monats gewählt. Das wohl beste Spiel der Hinrunde war das besonders spielerisch eindrucksvolle 3:1 über den anderen Bundesligaabsteiger Nürnberg, bei dem vor allem Dietmar Berchtold glänzte. Zur Winterpause stand man mit 3 Punkten Rückstand zu einem Aufstiegsplatz auf Rang 7. Auch durch die Verstärkungen Xie Hui (China) und Adem Kapic (Slowenien) konnte man sich in dieser Tabellenregion halten und nach dem Skandalspiel gegen Cottbus am 30.Spieltag stand man sogar nur einen Punkt hinter den Lausitzern, die den letzten Aufstiegsplatz inne hatten. Zwar gewann man besagtes Spiel, aber unser Trainer machte die größeren Schlagzeilen, in seiner emotionalen Art hatte er den Gästespieler Franklin etwas zu sehr geherzt, woraufhin er auf die Tribüne gebeten wurde und Franklin die Gelb-Rote Karte sah, wenig später mußte auch noch Steffen Heidrich mit Gelb-Rot runter, während der Alemannia wenige Minuten vor Ende durch Erwin Vanderbroeck der Siegtreffer gelang. Auch der DFB war nicht angetan und sperrte Eugen Hach für 3 Monate, die größtenteils in die Sommerpause fielen, die letzten Saisonspiele betreute Co-Trainer Andre Winkhold die Mannschaft, diese mußte dem Wirbel aber wohl Tribut zollen und gewann kein Spiel mehr und beendete die Saison auf Platz 8. Neben dem Platz gab es einen Wechsel im Vorstand, Wilfried Sawalies wechselte als Geschäftsführer zur Kinowelt und Hans Bay bislang Schatzmeister stieg zum Präsidenten auf.

Auch in diesem Sommer gab es große Transferrotationen, Marc Spanier und Marco Zernicke von Fortuna Köln, Olivier Caillas aus Saarbürcken, Daniel Rosin (Bayern A.), Sascha Hildmann (FCK A.) oder Marc Kienle (KSC) sollen ausreichen in der Erwähnung. Die Ausbootung von Erwin Vandenbroeck und die Art und Weise der Verabschiedung brachte erste Risse zwischen Fans und Verein. Meulenberg (Niederlande), Kapic (Stgt. Kickers), Zimmermann (Freialdenhoven), Menzel (sein Eigentor gegen Hannover bleibt unvergessen, was ein Schuß) und Emilio (unbekannt) mußten ebenfalls gehen. Hachs Sperre war rechtzeitig zum Saisonbeginn abgelaufen und man startete mit einer deutlichen Niederlage in Mannheim, gab es schon in der Vorsaison hohe Auswärtsniederlagen, so wurde dass nun zur Regel, 3:0, 3:0, 6:1, 4:0, 6:1, 5:1, 3:0. In der Tabelle stand man im unteren Mittelfeld und im Verein bildete sich Widerstand gegen den Vorstand und den Trainer, nach einer klaren Niederlage in Oberhausen, wurde daraufhin das Internetforum geschlossen, deren Inhalt Präsident Bay als "Dreck" bezeichnete, beim folgenden Heimspiel gegen Mainz gab es deswegen einen 10minütigen Stimmungsboykott mit dem Banner "Der Dreck schweigt". Die Saison beendete man auf Platz 10 mit einem Torverhältnis von -18.

Markus von Ahlen mußte seine Karriere wegen Sportinvaldität beendeten, Andre Lenz wechselte zu Cottbus, Dietmar Berchtold nach Bochum, Ugur Incemann zu St.Pauli, Marc Kienle zum KSC sowie Lars Müller nach Nürnberg. Neu im Team waren Stephan Straub (Mannheim), Ivica Grlic (1.FC Köln), Jupp Ivanovic (Magdeburg) und Mark Zimmermann (Stgt. Kickers). Dazu bekamen die Exoten im Team mit Goran Lozanovski (Hach:"Der Australische Beckham") und Zhang Xiaorui (China) Unterstützung. Der Abwärtstrend machte sich eindeutig bemerkbar, aus den ersten 5 Spielen holte man nur einen Sieg und so mußte Eugen Hach vom Vorstand ein Ulimatum von 7 Punkten aus den nächsten 3 Spielen akzeptieren, 3 Wochen und 2 Niederlagen später wurde Eugen Hach beurlaubt. Jörg Berger übernahm die Alemannia auf einem Abstiegplatz und bis zur Winterpause hatte man ein kleines Polster von 5 Punkten auf die Abstiegsränge herausgespielt. Aber die größten Schlagzeilen lieferte nicht der Sport, bei dem Transfer des Australiers Mark Rudan, der eigentlich ablösefrei war, soll eine Ablösezahlung fingiert wurden sein, die nie beim Verein ankam. Im Zuge dieser "Kofferaffäre" ließen Hans Bay, Bernd Krings und Manfred Grandt ihre Vorstandsarbeit ruhen und traten wenig später zurück. Es wurde ein Notvorstand unter OB Jürgen Linden und dem neuen Sportdirektor Jörg Schmadtke ins Leben gerufen, der die Geschäfte kommisarisch übernahem. Der Höhepunkt war aber leider nicht erreicht, Bernd Krings war mehr in die Sache verwickelt als er zunächst zugeben wollte und wurde wie Mark Rudan und Spielerberater Hans Hägele festgenommen.

Schon im Oktober war Karl-Heinz Pflipsen (Panth. Athen) zur Mannschaft gestoßen, im Winter folgten Markus Daun (Leverkusen) und Manuel Benthin (Union Berlin). Der Notvorstand konnte auch eine neue Vorstandsmannschaft gewinnen, neben dem neuen Präsidenten Theo Lieven gehörten diesem Horst Heinrichs, Wolfgang Hammer und Carlo Soirin an. Nach und nach kam die finanzielle Schieflage ans Tageslicht und so stand man im Frühjahr kurz vorm Konkurs, nachdem neben den Fans selbst Spieler mit der Sammelbüchse durch die Stadt gingen, wurde der Ernst der Lage sichtbar. Gemeinsam konnte bis Ostern die vorläufige Rettung erzielt werden, sportlich geriet man allerdings wieder in Abstiegsgefahr, wobei die Auftritte teilweise sehr an die unter Eugen Hach erinnerten. Am 31.Spieltag mußte man beim ebenfalls abstiegsbedrohten Karlsruher SC antreten, der Sieger wäre so gut wie gerettet gewesen, der Verlierer hingegen noch stärker in den Abstiegsstrudel gezogen wurden. Aachen seit Monaten auswärts sieglos begann wie die Feuerwehr und lag bereits nach 28 Minuten durch Tore von Ivanovic und Daun 2:0 vorne, aber der KSC gab nicht auf und kam kurz vor der Halbzeit zum Abschlußtreffer. Die 2.Hälfte geriet vor allem nach der Gelb-Roten Karte für Grlic zur Abwehrschlacht, aber das Ergebnis wurde gehalten. 5 Punkte Vorsprung gab zwar eine gewisse Sicherheit, aber aufgrund des Schlußprogramms gegen Unterhaching (auf dem letzten Abstiegsplatz) sowie daheim gegen die aufstiegsambitionierten Bochumer waren Bedenken erlaubt. Alemannia zeigte in Unterhaching ihr wahres Auswärtsgesicht und ging mit 2:0 unter, nun waren es nur noch 2 Punkte auf den Abstiegsplatz, aber auch wenn die Hachinger es noch nicht wußten, so war die Alemannia gerettet, da auch die mit Unterhaching nun punktgleichen Karlsruher in Mannheim verloren hatten und es am letzten Spieltag zum Duell dieser Mannschaften kommen sollte. Aachen verlor das letzte Heimspiel der Saison gegen Bochum, die dadurch aufstiegen und Haching mußte nach einer klaren Niederlage in Karlsruhe absteigen. Die Saison beendete Aachen mit 40 Punkten auf Rang 14. Erneut gab es Mißstimmung am Tivoli, da ein Sponsor eine zugesagte Nichtabstiegsprämie nicht übernehmen wollte, sprang Präsident Theo Lieven ein, allerdings mit der Folge sein Amt niederzulegen, kommarisch übernahm daraufhin Horst Heinrichs dieses Amt.

Erneut gab es einen größeren Umbruch, die Australier und Chinesen waren schon im Laufe der letzten Saison verschwunden, zusätzlich verließen auch Clirim Bashi (Amateurbereich), Marko Zernicke (Sportinvalide), Mark Spanier (Reutlingen), Bernd Rauw (Bielefeld), Taifur Diane (später Saarbrücken) sowie Daun (Werder) den Verein, während Christian Schmidt in den Trainerstab aufrückte. Neu an den Tivoli lotste Jörg Schmadtke: Alexander Klitzpera (Bielefeld), Quido Lanzaat (BMG), Eric van der Luer (Roda), George Mbwando (Lübeck) sowie Miro Spizak (Haching).







Erfolge:

Deutscher Vizemeister: 1969

DFB-Pokal-Finalist: 1953, 1965, 2004

DFB-Pokal-Halbfinale: 1967, 1970

Bundesligaaufsteiger: 1966, 2006

Regionalligameister: 1964, 1967, 1999

UEFA-Cup-Teilnahme: 2004/05