Historie:
Der
ältere, der beiden Vorgängervereine des VfB Stuttgart,
wurde unter dem Namen Stuttgarter FV 93 am 9.September 1893 in
der Gaststätte "Zum Becher" gegründet. Vier Jahre
später gründete sich 1897 der Kronen-Club Cannstatt,
während der FV Stuttgart anfangs, wie in der Gründerzeit
des Fußballs üblich, Rugby spielte und dabei sogar 1909
eine Deutsche Vizemeisterschaft errang, spielte der Kronenclub
bereits seit seiner Gründung unser heutiges Fußballspiel.
1907 begann auch der FV mit Fußball und der Rugby-Sport
verlor an Bedeutung, außerdem trat man 1909 dem Süddeutschen
Fussballverband bei. In der Anfangszeit hatten beide Vereine
Probleme einen geeigneten Sportplatz zu finden, da die Behörden
und Schulen diese Sportart, die der Jahn-Sportbewegung und der
Burschenschaften abläßlich war, nicht unterstützen
wollten. 1908 kehrte der Kronen-Club dem Wasen den Rücken und
errichtete in Stuttgart-Münster ihren ersten eigenen Sportplatz.
Während der FV über die besseren Spieler verfügte,
jedoch immer wieder umziehen musste, konnte der Kronen-Club den
benötigten Sportplatz einbringen und so fusionierten die beiden
Vereine am 2.April 1912 im Cannstatter Hotel "Concordia"
zum VfB Stuttgart 1893. Wilhelm Hinzmann wurde zum ersten
Vorsitzenden des VfB gewählt. Durch den 1.Weltkrieg wurde der
Spielbetrieb deutlich eingeschränkt und so dauerte es bis in der
20er Jahre bis die Fusion erste Früchte trug.
Mit
Edward Thomas Hanney konnte 1924 ein renomierter Mann als
erster hauptberuflicher Fußballlehrer verpflichtet werden, der
als Spieler bei Manchester City aktiv war und 1912 mit der
englischen Nationalmannschaft Olympiasieger in Stockholm wurde. In
dieser Zeit entstand auch der bis heute bekannte rote Brustring
auf dem Trikot der Cannstatter. 1926 wurde die von Hanney trainierte
Mannschaft Württembergisch-Badischer Meister und der VfB
feierte seinen ersten Titel.
Aus finanziellen Gründen
musste man sich von Hanney trennen und der Ungar Dr. Ludwig Kovas
übernahm 1927 das Traineramt.
Nach Querelen mit dem Verband, weil man gegen den Amateurstatus
verstoßen hatte, wurden mehrere Spieler ausgeschlossen und so
musste eine neue Mannschaft aufgebaut werden, die 1929/30 erneut
Württembergischer Meister wurde und mit Ernst "Wenzel"
Blum den ersten Nationalspieler aus der eigenen Nachwuchsarbeit
hervor brachte.
Die Zeit des Nationalsozialismus gehört
zu den dunklen Kapiteln der Vereinsgeschichte. So stellte man seinen
Sportplatz für NSDAP-Kundgebungen zur Verfügung und ließ
keine große Gegenwehr bei seiner Instrumentalisierung zu
Gunsten des Nationalsozialismus erkennen. 1933 wurde die
Adolf-Hitler-Kampfbahn am Cannstatter Wasen anlässlich des
Deutschen Turnfestes eingeweiht, in der ab nun die Heimspiele
ausgetragen wurden. In den Jahren 1935, 1937, 1938 und 1943 wurde man
Württembergischer Meister und nahm an den
Meisterschaftsendrunden teil, in denen man 1935 im Finale in Köln
gegen Schalke 4:6 unterlag und 1937 den 3.Platz im kleinen Finale
gegen den HSV (1:0) sichern konnte, außerdem wurde man 1933
Süddeutscher Pokalsieger durch ein 2:1 im Finale gegen
den FC Schweinfurt 05.
Trotz
der verheerenden Auswirkungen des Krieges, dem viele Mitglieder des
Vereins zum Opfer fielen und die Sportanlagen weitgehend zerstört
wurden, konnte bereits 1945, vor allem durch die Initiative des
VfB-Präsidenten Dr. Fritz Walter die Oberliga Süd
ins Leben gerufen. Der VfB Stuttgart wurde nicht nur erster
Tabellenführer, sondern auch erster Meister der
neugeschaffenen Liga, zu einer Meisterschaftsrunde kam es wegen der
unterschiedlichen Bedingungen in den Bestatzungszonen leider nicht.
Die kurzfristig in Century Stadium umbenannte Kampfbahn hieß ab
1949 Neckarstadion.
Im Jahr 1950 reichte Platz 2 für
die Teilnahme an der Endrunde der Deutschen Meisterschaft, in der man
nach Siegen über den VfL Osnabürck, den 1.FC Kaiserslautern
und die SpVgg Fürth, dem Meister der Oberliga Süd, im
Finale gegen die Kickers Offenbach stand. Vor 96.000 Zuschauern im
Berliner Olympiastadion behielt der VfB, angeführt von seinem
Kapitän Robert Schlienz, mit 2:1 knapp die Oberhand, die
Tore erzielten Läpple und Bühler für die Mannschaft
von Trainer Georg "Schorsch" Wurzer und wurde
erstmals Deutscher Meister. 1952 kommt man nach der
Süddeutschen Meisterschaft erneut ins Finale um die Deutsche
Meisterschaft und schlägt den 1.FC Saarbrücken in
Ludwigshafen mit 3:2, die Tore erzielen Schlienz und Baitinger (2).
Im Jahr darauf musste man sich im Finale dem 1.FC Kaiserslautern
geschlagen geben. Abgerundet wurde das für den VfB goldene
Jahrzehnt durch die beiden Pokalsiege in den Jahren 1954 und 1958, in
denen der 1.FC Köln (1:0, Tor: Waldner) und Fortuna Düsseldorf
(4:3, Tore: Praxl, Geiger, Waldner, Weise) geschlagen wurde.
Am
25. August 1963 beginnt ein neues Zeitalter im deutschen Fussball,
die Bundesliga startet in ihre erste Saison. Die
Zusammensetzung der Liga erfolgte nach geographischen und
undurchsichtigen sportpolitischen Gründen und der VfB ist bei
den 16 auserwählten Vereinen dabei. Die Debütsaison beendet
der VfB auf Platz 5 und vertritt die Liga im Folgejahr im
Messe-Pokal. In den Folgejahren ist man meist im Mittelfeld zu finden
und darf auch 1966, 1970 Deutschland im Messe-Pokal vertreten. Dr.
Fritz Walter tritt 1968 nach 24 Jahren an der Spitze des VfB
Stuttgart als Präsident ab, Nachfolger wird Hans Weitpert. 1973
qualifiziert man sich für den UEFA-Cup, der dem
Messe-Pokal abgelöst hat und erreicht das Halbfinale gegen
Feyenoord Rotterdam (1:2, 2:2). Nach 12 Jahren in der Bundesliga, in
denen 11 Trainer wenig Kontinität bezeugen, muss der VfB 1975
als Drittletzter den bitteren Weg in die Zweitklassigkeit antreten.
Wenige Wochen vorher wurde auf einer turbulenten
Mitgliederversammlung Gerhard Mayer-Vorfelder zum Präsidenten
gewählt, er kandidierte gegen den amtierenden Präsident
Hans Weitpert, dessen relativ kurze Präsidentschaft vor allem
durch Grabenkämpfe zwischen den verschiedenen Institutionen
gekennzeichnet war. Die erste Entscheidung, die Wahl eines geeigneten
Trainer zu finden, der den Neuaufbau und Wiederaufstieg anstreben
sollte, fiel auf Istvan Sztani. Aber der Tiefpunkt der
Vereinsgeschichte war noch nicht perfekt, anstatt um den Aufstieg zu
spielen, versank man im Mittelmaß der 2.Bundesliga Süd und
es schien ein längerer Aufenthalt zu werden, die Saison endete
auf Platz 11 und Sztani musste vorzeitig gehen, während
Urgestein Karl Bögelein die Saison als Interimstrainer
beendete.
Nach
dem Abstieg und der enttäuschenden Saison schien es nicht gut um
den VfB, es war wenig Geld vorhanden und so gestaltete sich die
Trainersuche schwierig. Hennes Weisweiler empfahl Jürgen
Sundermann, einen jungen Trainer, der die Herausforderung annahm
und um Kapitän Hermann Ohlicher eine junge Mannschaft mit
Bezug zur Region aufbauen sollte, dieses Rezept, welches aus der Not
geboren wurde, sollte die erfolgreichste Phase der
Bundesligageschichte einläuten. Dieter Hoeneß, Ottmar
Hitzfeld und Hermann Ohlicher schossen alleine 50 Tore und der VfB
stieg mit 100 Toren und einer Tordifferenz von +64 als Meister in die
1.Liga auf.
Das Ziel hieß Klassenerhalt, aber nach
anfänglichen Schwierigkeiten stand man seit dem 16.Spieltag
ununterbrochen auf einem UEFA-Cup-Platz und beendete die Saison auf
Platz 4, besonders beeindruckend war dabei der langjährige
Zuschauerrekord von über 54.000, der bis Ende der 90er
Jahre Bestand haben sollte. In den Folgejahren etablierte sich der
VfB in der Bundesligaspitze und der UEFA-Cup wurde zur Normalität,
Sundermann hatte sein Werk beendet und ging 1979 zurück in die
Schweiz, Lothar Buchmann sollte ihn beerben, doch trotz Rang 3 in der
Liga und dem Erreichen des innerdeutschen UEFA-Cup Halbfinale
gegen Mönchengladbach (2:1,0:2) war nach Querelen mit der
Mannschaft bereits nach einem Jahr Schluß und Jürgen
Sundermann kehrte zurück. Als Europameister kehren 1980 Hansi
Müller, Bernd und Karlheinz Förster aus Italien zurück
und sind auch 1982 bei der WM in Spanien dabei.
Nicht
nur sportlich lief es reibungslos und so zog man 1981 ins neue Club-
und Trainingszentrum an der Mercedesstraße unweit vom
Neckarstadion. Nach drei dritten Plätzen und einer
Vizemeisterschaft 1979 gelang 1984 der große Wurf, Helmut
Benthaus hatte 1982 Sundermann abgelöst und die Mannschaft
durch die jungen Günther Schäfer und Guido
Buchwald, der alle Spiele bestritt und zum Nationalspieler
aufstieg, sowie Dan Corneliusson, der für die damalige
Vereinsrekordsumme von 1,2 Millionen Mark von IFK Göteborg
verpflichtet wurde, verstärkt. Während die Abwehr um die
Förster-Brüder und die jungen Schäfer und Buchwald die
beste Abwehr stellte, musste sich auch die Offensive nicht
verstecken, wobei die Mittelfeldspieler Hermann Ohlicher, Karl
Allgöwer und Asgeir Sigurvinsson schon alleine 32
Tore schossen.
Und so kam es am vorletzten Spieltag zum
Showdown zwischen den punktgleichen Vereinen aus Hamburg und
Stuttgart. Der HSV schien mit dem abstiegsbedrohten Frankfurtern
daheim, das leichtere Spiel zu haben, geriet aber schnell
durch
Falkenmayer in Rückstand. Der VfB spielte bei Werder Bremen und
dort geschah lange gar nichts, doch in der 62.Minute traf
Sigurvinsson zum 0:1, 10 Minuten später glich Möhlmann aus,
derweil aus Hamburg keine neue Meldung, weitere 10 Minuten später
gelingt Ohlicher die erneute Führung. Die Spannung steigt
aufgrund der besonderen Konstellation, dass der HSV am letzten
Spieltag nach Stuttgart muss und dort bei derzeitigem Stand mit 5:0
gewinnen müsste, um den VfB über die Tordiffernz zu
überflügeln, was in der Praxis bedeuten würde, dass
der VfB Deutscher Meister wäre. Und so werden Sekunden zu
Minuten, Minuten zu Stunden. 90.Minute: Elfmeter in Hamburg,
Falkenmayer versenkt den Ball zum 0:2. Abpfiff in Bremen, der VfB
ist Meister! Eine Woche später kommt der noch amtierende
Meister Hamburg nach Stuttgart mit der Meisterschale im Gepäck,
nach letzten unwichtigen 90 Minuten - der HSV gewinnt 1:0 -
überreicht DFB-Präsident Hermann Neuberger VfB-Kapitän
Hermann Ohlicher im ausverkauften Neckarstadion die
Meisterschale.
Die Ernüchertung folgte schnell. Benthaus,
der im Sommer als Nachfolger für Bundestrainer Jupp Derwall
gehandelt wurde, bekam keine Freigabe, und die neue Saison begann
schmerzvoll. In der 1.Runde im Europapokal der Landesmeister schied
man wie in der Vorsaison erneut gegen Levski Sofia (1:1, 2:2) aus,
dazu verlor man im Achtelfinale des DFB-Pokal daheim gegen
Zweitligist Saarbrücken. In der Liga kam der VfB nicht übers
Mittelmaß hinaus und belegte am Ende einen enttäuschenden
10. Platz. Kapitän Hermann Ohlicher beendet nach 12
Jahren mit 127 Ligatoren seine Karriere. Auch Benthaus verläßt
den VfB und wieder einmal war die Trainerwahl unglücklich, Otto
Baric blieb keine 9 Monate.
Interimstrainer Willi
Entenmann erreichte das Pokalfinale gegen Bayern München und
schaffte noch Platz 5 in der Liga, nach einem desaströsen 2:5 in
Berlin, wurde ausgerechnet der Bayern-Co-Trainer Egon Coordes als
Trainer verpflichtet. Bei der WM 1986 ist Karlheinz Förster bei
allen Spielen dabei, Karl Allgöwer steht im Kader und Guido
Buchwald gehörte zu den vier Spielern, die einen Tag vorm Abflug
gestrichen wurden. Eike Immel der ebenfalls bei der WM dabei
ist wechselt von Dortmund an den Neckar. Unterdessen endet die Ära
der Förster-Brüder, während Karlheinz Förster
zu Olympique Marseille wechselt, muß Bernd Förster
seine Karriere als Sportinvalide beenden. Coordes legte keinen Wert
auf die Dienste Entenmanns als Assistenztrainer und bedankte sich
Gerüchten zufolge bei den Bayernspielern für die
Schützenhilfe im Finale. Sein Stand war schon vorm ersten
Arbeitstag gering und wer dachte der Stil von Baric wäre nicht
zu unterbieten, mußte sich eines besseren belehren lassen. Das
Klima im Umfeld schien gereizt, war aber auch unentschlossen was sie
von Coordes halten sollte, der mit eisernem Besen kehrte und auch
deswegen innerhalb der Mannschaft umstritten war. Sportlich lief es
anfangs zwar noch, allerdings war die Spielweise alles andere als
überzeugend und so stand am Ende der zweitschlechteste
Zuschauerschnitt der eigenen Bundesligageschichte. Am 27.Spieltag
belegte der VfB Rang 3 um nach 7 Niederlagen in Folge den 12.Platz zu
erreichen. Was unter dem Deckmantel des Erfolges noch zu kaschieren
war, flog dem Verein nun im Mißerfolg um die Ohren und
Stuttgart atmete auf als der Drei-Jahres-Vertrag "einvernehmlich"
aufgelöst wurde. Helmut Roleder, der bereits in der
Saison seine Karriere nach 18 Jahren beim VfB beenden muß und
danach als Co-Trainer arbeitete, verläßt den VfB
ebenfalls.
Arie Haan war ein ganz anderer Art von
Trainer, der zweifache holländische Vize-Weltmeister kam als
frischgebackener Meister vom RSC Anderlecht und war durch seine
offene Art schnell bei Spielern, Fans und Journalisten beliebt. Er
brachte den Spaß zurück nach Stuttgart und der VfB fand
durch so manchen keschen Spruch auch überegional Beachtung.
Fritz Walter und Maurizio Gaudino von Waldhof Mannheim
verstärkten den VfB und die offensivere Ausrichtung half auch
Jürgen Klinsmann, der mit 19 Toren erstmals
Torschützenkönig wurde.
Durch
den 4.Platz geht es im Folgejahr wieder in den UEFA-Cup und man
erreicht nach Siegen über Zagreb, Groningen, San Sebastian und
Dynamo Dresden das Finale gegen den SSC Neapel. Wobei sich der
einzige Neuzugang Srecko Katanec im defensiven Mittelfeld als
Volltreffer erwies, allerdings leider bereits nach einer Saison zu
Sampdoria Genua transferiert wurde. In den beiden Finalspielen mußte
man zuerst in Italien antreten und trotz der Gelb-Sperre Klinsmanns
sowie der vielleicht zu dieser Zeit besten Mannschaft Europas mit so
klangvollen Namen wie Maradona, Careca, Carnevale oder Alemao
konnte man durch Gaudino in Führung gehen. Im Mittelpunkt sollte
aber kein Spieler stehen, sondern der griechische Schiedsrichter
Gerassimos
Germanakos. Nachdem Maradona den Ball mit der Hand annahm und
sein Schußversuch Günther Schäfer an der Hand
traf, pfiff Germanakos Elfmeter, den Maradona natürlich
verwandelte. Wenige Minuten später verwarnte er Buchwald nach
einem angeblichen Foul an Careca, was eine Sperre im Rückspiel
zur Folge hatte. Und während der VfB mehr mit dem Schiedsrichter
als den Neapolitanern beschäftigt war, nutzten diese eine
Unachtsamkeit zum 2:1 in der 87.Minute. Da Germanakos bereits vorab
seinen Rücktritt als Schiedsrichter nach der Saison bekannt
gegeben hatte, konnte die von der UEFA verhängte Sperre ein
gewisses Geschmäckle nicht entbehren. Zwei Wochen später im
Rückspiel im mit 66.800 Zuschauern ausverkauften Neckarstadion
hatte sich die Aufregung etwas gelegt. Trotz früher Führung
der Gäste konnte Klinsmann ausgleichen und kurzzeitig machte
sich Hoffnung breit man könne es doch schaffen. Aber die erneute
Führung der Italiener besiegelte aufgrund der
Auswärtstorregelung das vorzeitige Aus aller Wunschträume.
Und als Careca nach einer Stunde zum 1:3 traf, schien ein Debakel
ziemlich nahe, doch durch ein Eigentor und ein Tor des
eingewechselten Olaf Schmäler konnte man zum 3:3 ausgleichen und
zu einem versöhnlichen Ende finden.
Neben Katanec
wechselte nach der Saison auch Jürgen Klinsmann nach Italien
(Inter Mailand), diesen Weggang konnte man nicht kompensieren und so
dürften sich neben Nachwuchsspieler Olaf Schmäler die
Neuzugänge Hotic (FCK), Kastl (Bayer04) und Rasmussen als
Sturmpartner von Walter versuchen, letztendlich durchsetzen konnte
sich niemand. Deutlich mehr überzeugen konnten die Neuzugänge
Michael Frontzeck (Mönchengladbach) und der argentinische
Nationalspieler Basualdo, die schnell zu Stammspielern wurden.
Als die Zielsetzung UEFA-Cup in Gefahr geriet, das Boulevard
kritischer berichtete und auch die Einkaufspolitik in Frage gestellt
wurde, mußte der immer lustige Holländer vorzeitig gehen.
Willi Entenmann dürfte mal wieder als Interimstrainer
fungieren und wurde im Sommer zum Cheftrainer befördert. Aber
auch in diesem Sommer ging ein Großer des VfB Stuttgart in den
verdienten sportlichen Ruhestand: Asgeir Sigurvinsson.
Bei
der anschließenden WM in Italien ist der VfB mit Guido
Buchwald und Basualdo vertreten und so steht schon vorm
Endspiel Deutschland - Argentinien fest, das einer der beiden
als Weltmeister zum VfB zurückkehrt. Das Ende ist bekannt
und Buchwald spielte das Turnier seines Lebens, wodurch auch die
Vereine im Lireparadies auf ihn aufmerksam wurden. Allerdings schlägt
Präsident Mayer-Vorfelder ein lukratives Angebot des AC Parma
aus und Guido "Diego" Buchwald bleibt beim VfB.
Im
Sommer wird auch in Stuttgart ein Manager installiert und die
Aufgaben, die vorher zwischen Präsident Mayer-Vorfelder und
Geschäftsführer Ulrich Schäfer aufgeteilt
waren, übernimmt Dieter Hoeneß. Matthias Sammer
gehört zu den ersten Spielern die aus der DDR in den Westen
wechseln und neben Andreas Buck gelingt es kurz vor
Saisonbeginn den bei Bayern München unzufriedenen Ludwig
"Wiggerl" Kögl zu verpflichten. Die Saison beginnt
mit 2 Kantersiegen und der damit verbundenen Tabellenführung,
aber nach 10 Spielen ohne Sieg ist Willi Entenmann, der wohl
zu den Menschen mit eintätowierten Brustring gehört, nicht
mehr tragbar und wird entlassen und so enden 30 Jahre beim VfB, in
denen er als Spieler, Assistenztrainer und Cheftrainer agierte.
Christoph Daum, der während der WM in Köln entlassen
wurde und durch Rededuelle mit Jupp Heynckes und Uli Hoeneß
medial auf sich aufmerksam machte, wurde als Nachfolger verpflichtet.
Und diese zahlt sich aus, der VfB spielt wieder schönen und
erfolgreichen Fussball und die bisher kaum beachteten Amateurspieler
Uwe Schneider und "Jolly" Sverrisson, der auf
Empfehlung von Asgeir Sigurvinsson verpflichtet wurde, werden zu
Stammspielern. Im Saisonendspurt kann durch 14 Spiele ohne Niederlage
sogar noch ein UEFA-Cup-Platz verbucht werden.
Trotz aller
Überredungsversuche beendet Karl Allgöwer nach 338
Spielen und sensationellen 129 Toren seine Karriere, Jürgen
Hartmann wechselt zum Hamburger SV. Auf der Suche nach einem
geeigneten Abwehrspieler wird man in Jugoslawien fündig,
Slobodan Dubajic erweist sich als Volltreffer, gibt der Abwehr
Stabilität und ist in allen Spielen, der in dieser Saison mit
Dynamo Dresden und Hansa Rostock aufgestockten Liga, dabei. Nach
einem holprigen Saisonstart kristallisiert sich ein Dreikampf um die
Meisterschaft mit Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt heraus,
der VfB wird nach Ende der Hinrunde Herbstmeister. Am vorletzten
Spieltag kommt die abstiegsgefährdete SG Wattenscheid 09
ins Neckarstadion, Sammer bringt den VfB vor der Halbzeit in Führung,
aber Wattenscheid kann umgehend ausgleichen und in der 2.Halbzeit
will kein weiteres Tor gelingen. Der Meisterfavorit Frankfurt kommt
gegen Werder auch nicht über ein Unentschieden hinaus und so
kann Dortmund mit einem 3:1 gegen Leverkusen aufschließen. In
den letzten Spieltag gingen die drei Titelkonkurrenten im spannesten
Titelrennen aller Zeiten punktgleich nur durch die Tordifferenz (SGE
+36, VfB +29, BVB +18) getrennt. Der Spielplan sah jeweils
Auswärtsspiele vor und so mußte Frankfurt in
Rostock und Dortmund im
nahen Duisburg antreten, während der VfB mit
Leverkusen den schwersten Gegner zu spielen hatte.
Als
Dortmund bereits in der 9.Minute durch Chapuisat in Führung
ging, Dubaijc bei eigenem Ballbesitz im Strafraum unglücklich
mit der Hand auf den Ball fiel und Kree den fälligen Elfmeter
verwandelte, schienen alle Meisterchancen dahin. Nach einem Foul von
Wörns an Kögl, dass der Schiedsrichter im Strafraum sah,
konnte Walter zumindest ausgleichen und so gab es wieder
Hoffnung. In Rostock passierte lange nichts, aber nach einer Stunde
konnte Rostock durch Dowe in Führung gehen, jedoch glich Kruse
umgehend aus. Wenig später wurde Ralf Weber im Strafraum von den
Beinen geholt, Schiedsrichter Alfons Berg sah dies anders und ließ
weiterspielen. Einen Bärendienst bescherte Matthias Sammer
seiner Mannschaft mit einem Applaus für die Gelbe Karte, die er
nach einem Foul vorm eigenen Strafraum erhalten hatte, woraufhin die
Karte ihre Farbe wechselte und Sammer den Platz verlassen mußte.
60 Kilometer weiter lief also alles auf einen Deutschen Meister
Borussia Dortmund heraus, doch ein Spiel dauert - so sagte einst ein
großer Trainer - 90 Minuten und so flankte der eingewechselte
Wiggerl Kögl 4 Minuten vor Schluß von links in den
Strafraum, wo Guido Buchwald sich hochschraubte und den Ball
unhaltbar ins Tor wuchtete. Jetzt schien alles für den VfB zu
sprechen und mit dem 2:1 für Hansa durch Böger waren alle
letzten Zweifel beseitigt und der weiß-rote Jubel kannte keine
Grenzen mehr. Im Stuttgarter Rathaus schien dieser Erfolg unerwartet
zu kommen, denn aufgrund eines Trödelmarktes konnte die
Meisterfeier nicht auf dem Rathausplatz stattfinden und wurde
kurzfristig vor das Neckarstadion verlegt. Über eine zusätzliche
Auszeichnung konnte sich Fritz Walter freuen, jahrelang immer
vorne dabei in den Torschützenlisten, wurde er mit 22 Toren
Torschützenkönig.
Zur EM 1992 nach Schweden
reisten Buchwald und Frontzeck sowie Matthias Sammer, der nach
der EM für die Rekordsumme von 12 Millionen DM zu Inter Mailand
wechselte. Als Neuzugänge präsentierte der VfB Thomas
Strunz (Bayern), Andre Golke (Nürnberg) und Adrian Knup
(Luzern). Der Supercup gegen den Pokalsieger und Zweitlisgisten wurde
3:1 gewonnen, die Liga begann durchwachsen. Aber Leeds United,
der Gegner in der 1.Runde der Champions-League, die damals in zwei
K.O.-Runden mit anschließender Gruppenphase gespielt wurde,
konnte im Neckarstadion eindeutig mit 3:0 (Tore: Walter (2), Buck)
besiegt werden und in der Liga fand man wieder den Anschluß an
die Spitzengruppe. An der Elland Road in Leeds gelang zwar das
wichtige Auswärtstor durch Andreas Buck zum
zwischenzeitlichen 1:1, doch man hielt dem Dauerdruck der Engländer
nicht statt und als es wenige Minuten vor Schluß 4:1 (Tore:
Speed, Cantona, Chapman, McAllister) für die Gastgeber stand,
passierte der verhängnisvolle Fehler, Jovo Simanic ein
baumlanger Abwehrspieler, der im Winter als Vertragsamateur aus
Jugoslawien verpflichtet wurde, sollte helfen den ausreichenden
Spielstand über die Zeit zu retten. Das 4:1 konnte gehalten
werden und Mannschaft und Fans wähnten sich bereits in der
nächsten Runde, doch in der Vor-Bosman-Ära war Simanic
neben Dubajic, Sverrisson und Knup der vierte (verbotene) Ausländer
und so schien der Erfolg dahin. Die Verhandlung in Nyon bei der UEFA
konnte zwar noch das komplette Fiasko verhindern und so wertete die
UEFA das Rückspiel 3:0 für Leeds United und setzte in der
folgenden Woche im Nou Camp in Barcelona ein Entscheidungspiel an.
Aber Stuttgart stand unter Schock zuerst kam man in Frankfurt mit 4:0
unter die Räder und anschließend verlor man 2:1 in
Barcelona gegen Leeds, Andre Golke konnte zwar die Führung
von Gordon Strachan ausgleichen, aber in der Endphase traf der
eingewechselte Carl Shutt, nachdem er dem dribbelfreudigen Andreas
Buck den Ball abluchste, zum entscheidenen 2:1. In der Liga dümpelte
man im Mittelfeld hinter den UEFA-Cup-Plätzen und als man im
Winter die Chance hatte den in Mailand unzufriedenen Matthias
Sammer zurückzuholen, scheiterte man an der Konkurrenz aus
Dortmund, die durch das Überwintern im UEFA-Cup finanzkräftiger
waren. Nach einer trostlosen Rückrunde belegte man den
enttäuschenden 7.Platz und am letzten Spieltag machte Werder
Bremen im Neckarstadion beim noch amtierenden Meister sein
Meisterstück.
Der Umbau des Neckarstadions für die
Leichtathletik-WM 1993 wird abgeschlossen und trägt nun den
neuen Namen Gottlieb-Daimler-Stadion. Für die neue Saison können
mit Thomas Berthold (Bayern) und dem brasilianischen
Nationalspieler Carlos Dunga (Pescara) namhafte Spieler
verpflichtet werden, dazu Axel Kruse (Frankfurt) und Thorsten Kracht
(Leipzig) als Ergänzungspieler, während Maurizio Gaudino
den Verein nach 6 Jahren Richtung Frankfurt verläßt Die
Saison fängt an wie die letzte aufhörte, die Lethargie nach
dem Leeds-Desaster scheint immer noch zu mächtig. Negativer
Höhepunkt ist die Rote Karte gegen Axel Kruse in der 2.Rundes
des DFB-Pokals, nachdem er nach einer umstrittigen Entscheidung den
Schiri umläuft und 10 Wochen gesperrt wird. Christoph Daum
merkt, dass er die Mannschaft nicht mehr erreicht und gibt wenige
Wochen vor der Winterpause seinen Rücktritt zum Jahresende
bekannt. Im letzten Spiel des Jahres wird der MSV Duisburg 4:0
geschlagen und man überwintert auf Platz 13.
Als
Jürgen
Röber, ehemaliger Bundesligaspieler bei Bayern, Leverkusen
und Bremen und Trainer beim Zweitligisten RW Essen, wird als
Nachfolger verpflichtet. Viel besser als mit dem 3:1-Auswärtssieg
in München konnte sein Traineramt nicht beginnen und so konnte
man nach mehreren Siegen wieder Anschluß an die UEFA-Cup-Plätze
gewinnen, doch am drittletzten Spieltag mußte man sich daheim
dem SC Freiburg mit 4:0 geschlagen geben und damit alle Hoffungen auf
europäischen Fußball begraben. Fritz Walter erzielt
im letzten Saisonspiel gegen Dynamo Dresden alle 3 Tore zum
3:0-Endstand. Dies ist übrigens auch sein letzter Auftritt im
Trikot mit dem Brustring, nach 102 Toren in 7 Jahren. Kapitän
Guido Buchwald verläßt den VfB ebenfalls und
wechselt nach Japan zu den Urawa Red Diamonds, außerdem gehen
Michael Frontzeck (Bochum), Jolly Sverrisson (Besiktas Istanbul) und
Adrian Knup (KSC). Bei der WM 1994 scheitern Berthold, Buchwald und
Strunz mit der Nationalmannschaft im Viertelfinale an Bulgarien, die
Schweiz kommt mit Knup ins Achtelfinale und Brasilien wird mit Carlos
Dunga als Kapitän Weltmeister.
Neu zum VfB stoßen
Franco Foda (Leverkusen), Fredi Bobic (Degerloch),
Giovane Elber (AC Milan/Grashoppers Zürich) sowie Gerhard
Poschner, der nach 4 Jahren in Dortmund zum VfB zurückkehrt.
Die Saison beginnt gut, Bobic und Elber erzielen ihre ersten beiden
Tore in den ersten beiden Spielen. Elber bricht sich allerdings im
zweiten Spiel Schien- und Wadenbein. Fredi Bobic hingegen trifft auch
in den nächsten Spielen und wird nach 8 Erstligaspielen
sensationell Nationalspieler. Hohen Siegen folgen häufig hohe
Niederlagen, es will sich keine Konstanz einstellen und so ist im
Frühjahr sowohl für Trainer Jürgen Röber
als auch für Manager Dieter Hoeneß Schluß.
Bis zum Saisonende fungiert Jürgen Sundermann als
Interimstrainer, kann aber auch nur noch Platz 12 verwalten. Carlos
Dunga bricht seine Zelte am Neckar ab und wechselt in die
J-League. Thomas Strunz kehrt zum FC Bayern zurück.
Diesmal
wurde man mal wieder einmal in der Schweiz fündig bei der
Trainersuche, Rolf Fringer, gebürtiger Östereicher
und Meistertrainer beim FC Aarau wurde verpflichtet und brachte als
Co-Trainer Joachim "Jogi" Löw. Der Kader des
Vorjahres wurde mit Krassimir Balakov (Sporting), Frank
Verlaat (Auxerre), Radoslaw Gilewicz (St.Gallen), Hendrik Herzog
(Schalke), Marco Haber (K`lautern) und Thorsten Legat (Frankfurt)
kräftig verstärkt, so gab Fringer als Saisonziel auch den
europäischen Wettbewerb aus. Zu Beginn der Saison gab es aber
erstmal Schlagzeilen neben dem Platz, Eike Immel
und Rolf
Fringer schienen nicht auf einer Wellenlänge zu funken und so
verließ Immel, nachdem Fringer Nachwuchstorwart Marc Ziegler
zur Nummer 1 machte, den VfB Richtung Manchester City, auch Slobodan
Dubajic verließ den VfB nach wenigen Spieltagen und kehrte
in seine Heimat zurück. Eine Neuerung in der Bundesliga brachte
die von der UEFA verbindlich geforderte 3-Punkte-Wertung, die
bislang nur in Großbritannien praktiziert wurde, für einen
Sieg gibt es nun 3 Punkte, bei Remis bleibt es bei 1 Punkt, durch das
Ungleichgewicht fallen die Minuspunkte weg, durch die Änderung
erhoffte man sich eine offensivere Spielweise. Als
Wieder einmal startete
man durchwachsen in die Saison, aber als man zur Winterpause auf dem
3.Platz stand, hoffte man den Durchweg geschafft zu haben. Aber nach
einer katastrophalen Rückrunde mit nur 3 Siegen, 6 Unentschieden
und 8 Niederlagen verfehlte man das Saisonziel deutlich und landete
auf Platz 10. Einziger Lichtblick war die Offensive mit
Spielgestalter Balakov und den beiden Stürmern Elber und Bobic,
die zusammen alleine 40 Toren schossen und später als "Magisches
Dreieck" in die Annalen eingingen, wobei Bobic mit 17
Toren Torschützenkönig wurde. Trotz Differenzen
zwischen Fringer und dem Präsidium um Mayer-Vorfelder ging man
mit dem Trainer in die nächste Saison.
Die größte
Änderung im Fußball seit der Bundesliga-Gründung
brachte das sogenannte "Bosman-Urteil": Jean-Marc
Bosman wollte nach seinem Vertragsende beim FC Lüttich zum
französischen Zweitligisten Dünkirchen wechseln, dieser
Wechsel scheitere jedoch an der Ablöseforderung der Belgier und
so zog Bosman vor den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg.
Nach 5 Jahren und allen Instanzen folgte dann am 15.12.1995 das
Urteil, welches die freie Arbeitsplatzwahl nach Vertragsende
garantiert und dadurch neben der Ablösepflicht bei Vertragsende
auch die Ausländerbeschränkung für Spieler aus den
EU-Ländern wegfiel. Die Saison 1995/96 wurde unter einem
Solidarpakt aller Bundesligavereine zu Ende gespielt, der beinhaltete
nicht mehr als 3 Ausländer einzusetzen. Außerdem gelang
der Paragraph 11 aus dem Regelvertragswerk des DFB
Berühmtheit, dieser sah vor, dass Spieler oder Vereine bei einer
Änderung des Transfersystems den Vertrag einseitig um ein Jahr
verlängern können. Mehrheitlich wurde dieser von den
Vereinen gezogen um bei gefragten Spielen eine Ablöseforderung
stellen zu können. Ansonsten hatte dieses Urteil zur Folge, dass
die Spieler noch mächtiger wurden und wegfallende Ablösen
als Handgeld oder zusätzliches Gehalt forderten, zusätzlich
nahmen Spielerberater zu, die eher auf Wechsel drängten um daran
mehr Provision kassieren zu können, zudem nahm der
Ausländeranteil drastisch zu und die eigene Nachwuchsarbeit
wurde vernachlässigt.
Als
Ludwig Kögl verließ
den VfB schon während der letzten Rückrunde nach Luzern und
Günther Schäfer ging nach wenigen Spieltagen nach
Bielefeld, Axel Kruse wechselte zu Hertha BSC. Fredi Bobic
verletzt sich zwar bei der EM 1996 im Viertelfinale an der
Schulter, wird aber wenig später Europameister. Außerdem
vermeldet Mayer-Vorfelder den Wechsel von Nationaltorwart Andreas
Köpke zum VfB, dieser kommt aber letztendlich nicht zustande.
Zvonimir Soldo (Zagreb), Franz Wohlfahrt (Austria
Wien), Matthias Hagner (Frankfurt) und Sebastién Fournier
(Sion) verstärkten den VfB. Nach einer durchwachsenen
Vorbereitung, dem Ausscheiden in der Vorrunde des UI-Cups, der seit
1995 um UEFA-Cup-Plätze ausgetragen wurde und einem mühesamen
4:1 nach Elfmeterschiessen daheim gegen den Zweitligisten Fortuna
Köln im DFB-Pokal, bittet Rolf Fringer, der ein Angebot
des schweizer Verbandes als Nationaltrainer vorliegen hat, 3 Tage vor
dem Ligaauftakt gegen Schalke das Präsidium um die Freigabe.
Dies scheint dem VfB nicht unrecht zu sein und so soll Co-Trainer
Jogi Löw als Interimstrainer fungieren. Die Mannschaft spielt
befreit auf und aus den ersten 6 Spielen gibt es 5 Siege und ein
Unentschieden. Die Trainersuche, die sich vor allem auf Nevio
Scala konzentrierte, wird beendet und Jogi Löw zum
Cheftrainer befördert. Nach mehreren Wochen als Tabellenführer
holt man aus den letzten 3 Spielen der Hinrunde nur einen Punkt und
beendet die Hinrunde auf Platz 4. Um Giovane Elber entwickelt
sich ein Vertragspoker, Bayern München, die ihn bereits im
Sommer verpflichten wollten, buhlen offenkundig um seine Dienste, die
Spekulationen begleiten die gesamte Rückrunde. Mitte der
Rückrunde formiert sich eine Vierergruppe (Bayern, Bayer, BVB,
VfB) um die Meisterschaft. Allerdings werden die entscheidenen Spiele
durch Verletzungen - Bobic spielt teilweise Abwehr - und unnötige
Gelb- und Rot-Sperren nicht gewonnen und so reißt der direkte
Kontakt zur Tabellenspitze ab und man muß sich am Ende mit
einem - für das spielerische Potential - enttäuschenden
Platz 4 zufrieden geben. Im DFB-Pokal steht man nach Siegen
über Fortuna Köln, Hertha BSC, Zwickau, Freiburg und den
Hamburger SV im Finale gegen den Regionalligisten Energie
Cottbus. Im Finale haben die Lausitzer keine Chance und
Giovane Elber kann mit 2 Toren ein versöhnliches Ende mit
dem VfB feiern.
Erfolge:
Deutscher
Meister: 1950, 1952, 1984, 1992, 2007
Deutscher Vizemeister: 1935,
1953, 1979, 2003
Deutscher Pokalsieger: 1954, 1958,
1997
Deutscher Pokalfinalist: 1986, 2007
Deutscher
Superpokalsieger: 1992
Europapokalfinalist: 1989,
1998
Deutscher Amateurmeister: 1963, 1980
Deutscher
A-Jugend-Meister: 1973, 1975, 1981, 1984, 1988, 1989, 1990, 1991,
2003, 2005
Deutscher B-Jugend-Meister: 1986, 1994, 1995, 1999,
2004